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LFA für Feldherpetologie und Ichthyofaunistik

LIFE AMPHIKULT 350 Teiche für Niedersachsen

Herzlich willkommen auf der Internetseite des LIFE-Projektes AMPHIKULT des NABU Niedersachsen. Hier finden Sie Informationen zu Hintergründen und Maßnahmen des Projektes sowie aktuelle Meldungen.

Laubfrösche am Rottbach

September 2011                                                                                                                                  

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                                                                                                                                  Foto: Frank Körner

Kommt der Laubfrosch zurück?

Einst war der Laubfrosch in Niedersachsen weit verbreitet und häufig. Besonders im Spätsommer und Frühherbst war er regelmäßig zu beobachten. Dann genießen die Frösche die wärmenden Sonnenstrahlen auf den Blättern von Sträuchern und Bäumen. Besonders beim Pflücken von Brombeeren konnte man früher überall den kleinen grünen Fröschen begegnen.

Heute ist der Laubfrosch aber aus vielen Gebieten verschwunden und wird auf der Roten Liste der gefährdeten Amphibienarten geführt. Auch in der Niederung des Rottbaches im Süden des Landkreises Nienburg nahe der Grenze zur Nordrhein-Westfalen war er einst verbreitet. Brombeerhecken gibt es hier noch, was fehlt sind Laichgewässer, in denen sich die Frösche erfolgreich fortpflanzen können. Abhilfe soll hier im Rahmen von LIFE-AMPHIKULT  geschaffen werden. Derzeit laufen die Planungen für die neuen Gewässer, wenn die Witterung mitspielt, werden noch in diesem Winter die Bagger anrollen. „Ob die neuen Teiche dann tatsächlich vom Laubfrosch angenommen werden,  hängt von verschiedenen Faktoren ab“, so Dr. Markus Richter, Projektmanager von LIFE AMPHIKULT. „Ganz entscheidend ist, ob es in der Nähe noch Laubfrösche gibt, die die Entfernung bis zu den neuen Gewässern überwinden können.“

Zur Beantwortung dieser Frage kam dem Projekt Gunnar Mügge, ehrenamtlicher Amphibienkartierer aus Sulingen, zu Hilfe. In zahllosen Nächten war er in den Landkreisen Diepholz, Nienburg und Minden-Lübbecke unterwegs, um Laubfrösche zu suchen.  Die laut rufenden Männchen lassen sich in lauen Frühjahrsnächten relativ leicht an den Laichgewässern finden. Erfreuliches Ergebnis der nächtlichen Suche war der Fund von rufenden Laubfröschen an drei Stellen in der Nähe des Rottbachs. Zwar waren jeweils nur einzelne Männchen zu hören und die besiedelten Gewässer sind kaum für eine erfolgreiche Fortpflanzung geeignet. Aber offenbar ist die Art hier doch noch nicht ganz verschwunden. Die Chancen stehen somit gut, dass der Laubfrosch an den Rottbach zurückkehrt.