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LFA für Feldherpetologie und Ichthyofaunistik

LIFE AMPHIKULT 350 Teiche für Niedersachsen

Herzlich willkommen auf der Internetseite des LIFE-Projektes AMPHIKULT des NABU Niedersachsen. Hier finden Sie Informationen zu Hintergründen und Maßnahmen des Projektes sowie aktuelle Meldungen.

AMPHIKULT zeigt erste Erfolge

März 2012

Moorfrösche besiedeln neue Teiche

Moorfrösche bei der Paarung

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Seit gut zwei Jahren läuft das Amphibienschutzprojekt LIFE AMPHIKULT des NABU Niedersachsen, jetzt haben sich die ersten Erfolge eingestellt: Zahlreiche Moorfrösche wurden bei der Fortpflanzung an neu angelegten Gewässern beobachtet.
Der Moorfrosch zählt zu den Zielarten des Projektes AMPHIKULT. Er besiedelt Lebensräume mit hohem Grundwasserstand und geht bundesweit seit vielen Jahren stark im Bestand zurück. Die bisher im Rahmen des Projektes neu angelegten etwa 80 Laichgewässer sollen auch dem Moorfrosch zur Fortpflanzung dienen. Bei einer Kontrolle im Naturschutzgebiet Aschener Moor im Landkreis Diepholz konnte Projektleiter Dr. Markus Richter nun feststellen, dass bereits über hundert Moorfrösche zwei  der neuen Gewässer zur Fortpflanzung aufgesucht haben. Die Moorfrosch-Männchen nutzten das  warme und sonnige Wetter, um mit ihren typischen Rufen die Weibchen anzulocken. Dadurch verraten die sonst recht scheuen Tiere ihre Anwesenheit. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier in Form von etwa faustgroßen Laichballen ab. Zusammen über hundert Laichballen konnte Richter an verschiedenen Stellen zählen. Damit zählt das Moorfrosch-Vorkommen bereits zu den größeren in der Region.


Zwar konnten im Vorjahr schon an einzelnen AMPHIKULT-Teichen Amphibien festgestellt werden, dabei handelte es sich aber nur um weit verbreitete, im Bestand nicht gefährdete Arten.
Dass der Moorfrosch im Aschener Moor vorkommt, war schon länger bekannt. In den Vorjahren wurden aber immer nur wenige Tiere beobachtet, zudem vertrocknete der Laich in manchen Jahren, da die vorhandenen Wasserflächen zu schnell eintrockneten. Durch die Anlage von Vertiefungen und den Bau von Wällen, die das Wasser am Abfließen hindern, konnte die Wasserführung deutlich verbessert werden. Die schnelle Besiedlung zeigt, dass die neuen Gewässer den Ansprüchen des Moorfrosches an flaches, sich rasch erwärmendes Wasser sehr gut erfüllen. Insgesamt acht Gewässer sind am Rand des Aschener Moores neu angelegt worden. Geeignete Landlebensräume für den Moorfrosch sind hier großflächig vorhanden.  Für die kommenden Jahre ist mit einem starken Anstieg der Moorfrosch-Population zu rechnen.