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LFA für Feldherpetologie und Ichthyofaunistik

LIFE AMPHIKULT 350 Teiche für Niedersachsen

Herzlich willkommen auf der Internetseite des LIFE-Projektes AMPHIKULT des NABU Niedersachsen. Hier finden Sie Informationen zu Hintergründen und Maßnahmen des Projektes sowie aktuelle Meldungen.

Internationale Fachtagung zu Amphibien- und Reptilienschutz

September 2015

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Landesvorsitzender Dr. Holger Buschmann und Projektmanager Dr. Markus Richter eröffnen die Fachtagung (Fotos: Bernd Breitfeld)

Am 5. und 6. September veranstaltete der NABU Niedersachsen in Hannover eine internationale Fachtagung zum Amphibien- und Reptilienschutz. Anlass der Tagung war der bevorstehende Abschluss des Amphibienschutzprojektes LIFE AMPHIKULT. Die Tagung mit dem Titel „Strategien im Amphibien- und Reptilienschutz: Großflächiges Habitatmanagement und Wiederansiedlung“ wurde in Zusammenarbeit mit den Projekten zum Schutz der Gelbbauchunke und zur Wiederansiedlung der Europäischen Sumpfschildkröte des NABU Niedersachsen durchgeführt. Als Referenten konnten Experten aus England, den Niederlanden, Dänemark, Spanien und Deutschland gewonnen werden, die über ihre Erfahrungen aus verschiedenen Schutzprojekten für diese Artengruppe berichteten.

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Kreuzkröte (Foto: M. Neßmann)                 Europäische Sumpfschildkröte (Foto: B. Breitfeld) Gelbbauchunke (Foto: M. Neßmann)

Es zeigte sich dabei, dass Schutzprojekte vor allem dann erfolgreich sind, wenn Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensräume auf großer Fläche durchgeführt werden. Die gefährdeten Amphibien- und Reptilienarten kommen heute oft nur noch an wenigen Stellen vor. Die Entfernungen zu den neu gestalteten Lebensräumen sind häufig zu groß, als dass die Arten sie selbständig überwinden könnten. Eine aktive Wiederansiedlung in den ehemaligen Vorkommensgebieten ist dann unvermeidlich. Auf der Tagung wurden zahlreiche sehr erfolgreiche Wiederansiedlungsprojekte vorgestellt. Die rund 70 Teilnehmer der Tagung waren sich einig, dass solchen Projekten in Zukunft eine noch stärkere Bedeutung zukommen muss, um die katastrophale Bestandssituation vieler Amphibien- und Reptilienarten zu verbessern.

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In den Meerbruchswiesen (Fotos: B. Breitfeld, M. Neßmann)

Am Sonntag schloss sich eine Exkursion in zwei Projektgebiete an. In den Meerbruchswiesen am Steinhuder Meer berichtete Thomas Brandt von der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer über die umfangreichen Schutzmaßnahmen der letzten Jahrzehnte und deren Auswirkungen. Im Jahr 2005 wurde mit der Wiederansiedlung des Laubfroschs im Gebiet begonnen, aktuell findet sich hier eine der größten Laubfrosch-Populationen in Niedersachsen. Im Rahmen von LIFE AMPHIKULT wurden 39 Laichgewässer neu angelegt, die wesentlich zum Erfolg des Projektes beigetragen haben. Martina Meeske (NABU Niedersachsen) berichtete über die ersten Ergebnisse des Projekts zur Wiederansiedlung der Europäischen Sumpfschildkröte.

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Im Steinbruch Liekwegen (Fotos: B. Breitfeld)

Zweites Exkursionsziel war der ehemalige Steinbruch Liekwegen im Landkreis Schaumburg. Bereits am ersten Tümpel stießen die Exkursionsteilnehmer auf frisch umgewandelte Gelbbauchunken. Bruno Scheel (NABU Schaumburg) erläuterte die Geschichte des Steinbruchs sowie die umfangreichen Maßnahmen zur Schaffung von Kleinstgewässern und die Etablierung einer extensiven Beweidung. Insbesondere die internationalen Amphibienexperten zeigten sich beeindruckt von den unzähligen Unken und Kreuzkröten, die im Verlauf der Exkursion zu beobachten waren. Das Management im Steinbruch Liekwegen kann als vorbildlich gelten.

Wichtiges Ergebnis der Tagung waren neben dem umfangreichen Erkenntnisgewinn auch die zahlreichen neu geknüpften Kontakte zwischen den Teilnehmern, die bereits in konkrete Vorhaben für eine künftige Kooperation auf europäischer Ebene geführt haben.

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Im Steinbruch Liekwegen (Fotos: M. Neßmann)