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LFA für Feldherpetologie und Ichthyofaunistik

LIFE AMPHIKULT 350 Teiche für Niedersachsen

Herzlich willkommen auf der Internetseite des LIFE-Projektes AMPHIKULT des NABU Niedersachsen. Hier finden Sie Informationen zu Hintergründen und Maßnahmen des Projektes sowie aktuelle Meldungen.

AMPHIKULT Seminar 'Anlage und Pflege von Amphibiengewässern'...

Juli 2012

…..der Saal im Rathaus Vechta war bis auf den letzten Platz besetzt!

Foto: NABU Niedersachsen

Foto: NABU Niedersachsen

Der NABU Niedersachsen und die Alfred-Toepfer-Akademie für Naturschutz hatten zu dem Seminar „Anlage und Pflege von Amphibiengewässern“ eingeladen. Knapp fünfzig Interessierte aus Naturschutzverwaltung und –verbänden sowie aus Planungsbüros nahmen an der Veranstaltung teil, die im Rahmen des Amphibienschutzprojektes LIFE AMPHIKULT des NABU Niedersachsen durchgeführt wurde. Nach dem Grußwort des Bürgermeisters der Stadt Vechta, Helmut Gels, stellte Dr. Markus Richter, Projektmanager beim NABU Niedersachsen in seinem Einführungsvortrag zunächst Lebensraumansprüche, Bestandsentwicklung, und Gefährdungsursachen der heimischen Amphibien dar.

 

Neben dem Verschwinden geeigneter Laichgewässer und Sommerlebensräume spielen auch direkte Verluste durch Straßenverkehr und landwirtschaftliche Arbeiten eine wichtige Rolle. Zudem verlieren viele Teiche durch Fischbesatz aber auch Verlandung und Verbuschung ihre Eignung als Laichgewässer. Die Amphibien zählen damit zu den Artengruppen mit dem höchsten Anteil bestandsgefährdeter Arten. Christian Göcking von der NABU-Naturschutzstation Münsterland und Hauke Drews von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein berichteten in ihren Vorträgen über ihre umfangreichen Erfahrungen bei der Neuanlage und Pflege von Gewässern. Eine extensive Beweidung sowohl der Gewässer als auch des Umfeld stellt die wirksamste und kostengünstigste Methode zum dauerhaften Erhalt der Amphibienlebensräume dar. Verbiss und Tritt der Weidetiere verhindern schonend und effektiv die Gewässerverlandung und das Aufkommen von Gehölzen. Beide Referenten konnten über beeindruckende Bestandszunahmen bei Laubfrosch, Rotbauchunke und Kreuzkröte berichten. Hans-Joachim Clausnitzer vom NABU Celle befasste sich in seinem Vortrag mit dem Thema temporäre Gewässer. Sowohl viele seltene Amphibien- als auch Libellen- und Krebsarten profitieren von einem regelmäßigen Trockenfallen ihrer Gewässer nach dem Abschluss der Fortpflanzung. Fische und andere Fressfeinde von Eiern und Larven können sich in solchen Gewässern nicht dauerhaft ansiedeln, ein hoher Fortpflanzungserfolg ist die Folge.

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Foto: NABU Niedersachsen

Den zweiten Teil des Seminars bildete eine Exkursion zu Amphibiengewässern auf Flächen des Landkreises Vechta im Huntetal bei Goldenstedt. Hier konnten die verschiedenen Aspekte der Gewässerpflege in Augenschein genommen und diskutiert werden. Die gesamte Veranstaltung wurde von den Teilnehmern sehr positiv aufgenommen, eine Wiederholung ist für das nächste Jahr vorgesehen.