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LFA für Feldherpetologie und Ichthyofaunistik

LIFE AMPHIKULT 350 Teiche für Niedersachsen

Herzlich willkommen auf der Internetseite des LIFE-Projektes AMPHIKULT des NABU Niedersachsen. Hier finden Sie Informationen zu Hintergründen und Maßnahmen des Projektes sowie aktuelle Meldungen.

Dem Moorfrosch auf der Spur

September 2012

Spanische Wissenschaftlerin bei LIFE-AMPHIKULT

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Langsam watet Diana Marco durch das mehr als knietiefe Wasser einer Moorfläche im Barnstorfer Moor. Die Nachwuchs-Wissenschaftlerin aus Spanien ist auf der Suche nach Kaulquappen des Moorfroschs. Vor einigen Wochen hatte sie hier zahlreiche Laichballen gefunden. Einige davon waren von Schimmelpilzen befallen, wie es häufig in sauren Moorgewässern zu beobachten ist. Können sich trotzdem einige der Eier zu fertigen Fröschen entwickeln? Dieser Frage ist Diana Marco in ihrer gerade fertiggestellten Abschlussarbeit nachgegangen, die sie unter Betreuung von Dr. Markus Richter, Projektleiter von LIFE-AMPHIKULT durchgeführt hat.

Diana Marco studierte zunächst Umweltwissenschaften an der Polytechnischen Hochschule in Valencia und schloss dort mit dem Bachelor-Grad ab. Es folgten zwei Jahre im Studiengang „Nachhaltiges Wald- und Naturmanagement“ (SUFONAMA) mit einem Stipendium aus dem Programm Erasmus Mundus der Europäischen Union. Dem ersten Studienjahr an der Universität in Göttingen schloss sich ein zweites an der Universität Kopenhagen an, wo sie auch die Abschlussarbeit anfertigte. Die Feldarbeit dazu führte sie in verschiedene Moorgebiete im Landkreis Diepholz, wo sie den Einfluss des sauren Moorwassers auf den Fortpflanzungserfolg des Moorfrosches untersuchte.

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Anders als in manchen Fachbüchern zu lesen, konnte sie feststellen, dass sich auch in sehr sauren Moorgewässern Moorfrösche erfolgreich fortpflanzen können. Zwar stirbt ein Teil der Eier durch Schimmelpilzinfektion ab, ein anderer Teil entwickelt sich aber bis zum Jungfrosch. In den sauren Moorgewässern fehlen Fische und zahlreiche andere Fressfeinde der Kaulquappen, der fehlende Fraßdruck gleicht die Verluste durch das saure Wasser offenbar aus, so dass insgesamt ein ausreichender Fortpflanzungserfolg resultiert.

„Für unsere Maßnahmenplanungen hat ihre Arbeit wertvolle Grundlagendaten geliefert“, stellt Betreuer Markus Richter fest. So konnte sie an mehreren, im Rahmen von LIFE AMPHIKULT neu angelegten oder sanierten Gewässern erstmals Moorfrösche nachweisen, die dort ablaichten. „Die Erkenntnis, dass Moorfrösche sich auch in recht sauren Gewässern erfolgreich fortpflanzen können, ist sehr hilfreich für die Standortplanung weiterer Laichgewässer“.