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LFA für Feldherpetologie und Ichthyofaunistik

LIFE AMPHIKULT 350 Teiche für Niedersachsen

Herzlich willkommen auf der Internetseite des LIFE-Projektes AMPHIKULT des NABU Niedersachsen. Hier finden Sie Informationen zu Hintergründen und Maßnahmen des Projektes sowie aktuelle Meldungen.

Erfahrungsaustausch über die Anlage von Kleinstgewässern

Januar 2013

Gemeinsame Veranstaltung mit NABU- Gelbbauchunkenprojekt

Foto: NABU Niedersachsen

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Die Anlage von Rohbodenflächen und Kleinstgewässern stand im Mittelpunkt einer gemeinsamen Veranstaltung von LIFE AMPHIKULT und des BPBV-Projekts Gelbbauchunke. Das Projekt „Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen in Deutschland“, das der NABU Niedersachsen im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durchführt, hatte seine Projektpartner aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen zum Erfahrungsaustausch in das Natur- und Umweltschutzzentrum nach Rinteln eingeladen.

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Dr. Mirjam Nadjafzadeh vom NABU Niedersachsen, Leiterin des BPBV- Projektes Gelbbauchunke mit
Vertretern der Projektpartner bei der Besichtigung von Baumaßnahmen im Steinbruch Liekwegen

Nach einem Vortragsblock am Vormittag wurde am Nachmittag die praktische Durchführung von Kleinstgewässeranlagen im Steinbruch Liekwegen in Augenschein genommen. Hier werden aktuell im Rahmen des Projektes LIFE AMPHIKULT umfangreiche Baumaßnahmen durchgeführt. Neben der Anlage von Kleinstgewässern werden in größerem Umfang Flächen entbuscht und Rohbodenflächen geschaffen, um die Lebensraumbedingungen für die Kreuzkröte zu verbessern. Die im Steinbruch ebenfalls vorkommende Gelbbauchunke wird ebenfalls von den Maßnahmen profitieren. Kleinstgewässer besitzen trotz ihrer geringen Größe von nur wenigen Quadratmeter und einer nur zweitweisen Wasserführung eine hohe Bedeutung für heimische Amphibien. Gerade Arten wie die Gelbbauchunke oder die Kreuzkröte sind auf solche kleinen Gewässer zur Fortpflanzung angewiesen. Die kleinen Gewässer erwärmen sich rasch und erlauben so eine schnelle Entwicklung von Laich und Larven. Die nur zeitweilige Wasserführung sorgt dafür, dass natürliche Feinde der Larven wie Molche oder Libellenlarven sich nicht dauerhaft ansiedeln können. Besonders frisch angelegte Gewässer mit einem hohen Anteil an unbewachsenem Gewässerboden werden von den genannten Arten zur Fortpflanzung bevorzugt. Deshalb ist eine regelmäßige Beseitigung der Vegetation oder eine Neuanlage von Gewässern erforderlich. Hierzu wird im Steinbruch Liekwegen schweres Gerät in Form von Kettenbagger und Radlader eingesetzt. Neben der üblichen Methode, die Gewässer mit dem Bagger auszuheben, werden hier auch sogenannte Fahrspurgewässer angelegt. Durch mehrfaches Befahren des feuchten Bodens mit dem Radlader bilden sich Fahrspuren, die sich später mit Wasser füllen. Das Befahren sorgt für eine Abdichtung der Gewässersohle, so dass sich das Wasser ausreichend lange hält, um eine erfolgreiche Fortpflanzung der Amphibien zu gewährleisten. So lassen sich in kurzer Zeit zahlreiche Laichgewässer schaffen.

Weitere Informationen zum Gelbbauchunkenprojekt unter

www.niedersachsen.nabu.de/aktionen/gelbbauchunken/