teich3.jpg

koenig
LFA für Feldherpetologie und Ichthyofaunistik

LIFE AMPHIKULT 350 Teiche für Niedersachsen

Herzlich willkommen auf der Internetseite des LIFE-Projektes AMPHIKULT des NABU Niedersachsen. Hier finden Sie Informationen zu Hintergründen und Maßnahmen des Projektes sowie aktuelle Meldungen.

Abschlusstagung am 5. und 6. September 2015

März 2015

Vorankündigung

Das Projekt LIFE-AMPHIKULT befindet sich im sechsten und damit letzten Projektjahr. Konzeption des Projektes, umgesetzte Maßnahmen, die dabei gesammelten Erfahrungen und erzielte Ergebnisse sollen auf einer Abschlusstagung am 5. und 6. September 2015 in Hannover der Fachöffentlichkeit vorgestellt werden. Auch die Auswirkungen der Maßnahmen auf die Amphibienpopulationen in den Projektgebieten werden Thema beim Vortragsprogramm am ersten Tag sein. Am zweiten Veranstaltungstag werden im Rahmen einer Exkursion umgesetzte Maßnahmen in ausgewählten Projektgebieten besichtigt. Das Tagungsprogramm und ein Anmeldevordruck werden rechtzeitig auf dieser Internetseite zur Verfügung gestellt.

Maßnahmen für Wechsel- und Kreuzkröte im Tagebau Haverlahwiese

Dezember 2014

Im Dezember rollte noch einmal ein Bagger für Wechsel- und Kreuzkröte im Tagebau Haverlahwiese in Salzgitter.

 

Anlage eines TmpelfeldesNeu angelegte Tmpel

Anlage eines Tümpelfeldes                                                                         Neu angelegte Tümpel

In der südöstlichen Talsohle, wo sich bereits verschiedene, zumeist dauerhaft wasserführende Gewässer befinden, wurden sieben neue Tümpel mit einer Größe von 9 – 25 m² und einer Tiefe von max. 60 cm angelegt. Des Weiteren wurden zwei Gewässer durch flaches Abschieben von Uferabschnitten saniert sowie sich schnell erwärmender Offenboden als Sommerlebensraum durch Entfernung von Weidengebüschen und oberflächliches Abschieben von Ruderalvegetation geschaffen.

 

Schaffung von OffenbodenEntfernung von Weidengebsch

Schaffung von Offenboden                                                                                     Entfernen von Weidengebüsch

Der genauen Flächenfestlegung gingen Probegrabungen mit dem Spaten und Leitfähigkeitsmessungen des sich in den Probelöchern sammelnden Wassers voraus. Die nördlich gelegene Abraumhalde salzt stark aus und bei zu hohem Salzgehalt eines Gewässers vermögen einige Amphibienarten zwar noch ihren Laich abzulegen, doch sind Eier und Jungtiere durch Missbildungen gefährdet. Alle neu angelegten Tümpel weisen jedoch Salinitätswerte auf, die nicht nur der relativ salztoleranten Wechsel- und Kreuzkröte, sondern auch empfindlicheren Arten wie dem Kammmolch eine erfolgreiche Reproduktion ermöglichen.Während die Kreuzkröte im Tagebau noch eine kleine rezente Population aufweist, wurde die Wechselkröte hier letztmalig 2004 nachgewiesen. Es war zu diesem Zeitpunkt das westlichste Vorkommen dieser Art in Niedersachsen und gleichzeitig auch das einzige Vorkommen in der kontinentalen Region in diesem Bundesland. Da die Wechselkröte z. T. über mehrere Kilometer (z. B.entlang von stillgelegten Bahnanlagen) vagabundiert, wäre eine Wiedereinwanderung durchaus möglich.

Saniertes sehr flaches Gewsser mit Blick auf Halde im Norden

Saniertes sehr flaches Gewässer

Amphibienkartierung belegt Erfolg der Maßnahmen

November 2014

Ergebnisse aus fünf Gebieten

Im Frühjahr 2014 wurde an insgesamt 123 Gewässern, die im Rahmen von LIFE AMPHIKULT neu angelegt oder saniert wurden, eine Kartierung auf Amphibienvorkommen durchgeführt. Die Kartierung dient vorrangig der Erfolgskontrolle der Gewässerbaumaßnahmen. Untersucht wurden zum einen Gewässer, die in den ersten beiden Projektjahren 2010 und 2011 neu angelegt wurden. Hier konnte am ehesten mit einer Besiedlung durch Laub- und Moorfrosch gerechnet werden, die eher Gewässer mit einer gewissen Vegetationsentwicklung besiedeln. Zum anderen wurden in zwei Gebieten die für die Zielart Kreuzkröte frisch angelegten Gewässer untersucht, da diese Art in der Regel sehr schnell neue Gewässer besiedelt. Die nun vorliegenden Ergebnisse der Kartierung, die von der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer, dem BUND Diepholzer Moorniederung und dem Naturschutzring Dümmer e.V. durchgeführt wurden, belegen eindrucksvoll den Erfolg der Baumaßnahmen.

Moorfrosch Laich Aschen kleinLaubfroschQuappe klein

Bilder: Laichballen des Moorfroschs im Aschener Moor/Westliche Diepholzer Moorniederung, Foto Frank Körner;Laubfrosch-Kaulquappe aus dem Marler Fladder, Foto: Markus Richter                                                                    

Junge Kreuzkroeten klein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Junge Kreuzkröten, Foto: Markus Richter

So konnten am Steinhuder Meer in 24 von 39 untersuchten Gewässern rufende Laubfrösche nachgewiesen werden, insgesamt rund 400 rufende Männchen. Für niedersächsische Verhältnisse ist dies bereits ein großer Bestand. Auch in den Gebieten Sachsenhäger Aueniederung, Marler Fladder und Westliche Diepholzer Moorniederung wurden an etlichen Gewässern Laubfrösche festgestellt, größtenteils gelang dabei auch ein Reproduktionsnachweis.

Moorfrösche wurden ebenfalls in etlichen Gewässern beobachtet, bemerkenswert war dabei der erste Reproduktionsnachweis für diese Art im Marler Fladder sowie die großen Bestände im Bereich Aschener Moor/Lange Lohe (Westliche Diepholzer Moorniederung) mit über 500 Laichballen.

Kreuzkröten konnten in beiden darauf untersuchten Gebieten nachgewiesen werden, in einer ehemaligen Sandgrube bei Vechta wurde auch eine erfolgreiche Reproduktion mit zahlreichen Jungkröten festgestellt.

Die Knoblauchkröte wurde nur an einem Gewässer am Steinhuder Meer gefunden, sie dürfte als schwierig zu erfassende Art aber in den Ergebnissen unterrepräsentiert sein.

Allgemein verbreitete Arten wie Gras- und Teichfrosch, Erdkröte und Teichmolch wurden nicht quantitativ erfasst, sie waren in allen Gebieten aber durchweg weit verbreitet und stellenweise häufig. Erfreulicherweise wurden in 4 Gewässern in zwei Gebieten zudem Kammmolch-Larven gefunden, ohne dass gezielt nach der Art gesucht worden wäre.

Eine Amphibienkartierung der restlichen Gewässer ist für das kommende Frühjahr vorgesehen.

Kammmolch-Larve klein

Kammmolch-Larve aus dem Huntetal (Foto: Markus Richter)

 

20 neue Gewässer für die Wechselkröte

Oktober 2014

junge Wechselkroete klein

Die Wechselkröte ist die seltenste Amphibienart in Niedersachsen, sie gilt als "vom Aussterben bedroht". Im Rahmen des Projektes AMPHIKULT konnten in den vergangenen Wochen umfangreiche Maßnahmen zum Schutz der Art durchgeführt werden. Am Heerter See in der Stadt Salzgitter, dem westlichsten bekannten Vorkommen der Art in Niedersachsen, wurden im Seeuferbereich sieben neue Laichgewässer angelegt. Bisher stand der Wechselkröte hier nur der See selbst als Laichgewässer zur Verfügung. Der Fischbesatz im See schränkt aber den Fortpflanzungserfolg stark ein. Die neu angelegten Laichgewässer dürften langfristig fischfrei bleiben, da sie keinen Anschluss an den See haben und auch gelegentlich vollständig austrocknen werden.

2014 Heerter See JW

Neues Laichgewässer für die Wechselkröte am Heerter See

Im Tagebau Treue im Landkreis Helmstedt wurden sechs neue Gewässer angelegt, vier vorhandene saniert. Die Fläche wurde freundlicherweise von der Helmstedter Revier GmbH zur Verfügung gestellt. Im Tagebau sind derzeit noch große, offene Flächen vorhanden, die der Wechselkröte als Landlebensraum dienen können. Jetzt ist auch der Mangel an geeigneten Laichgewässern behoben.

Akt 2014 Okt Tagebau Treue JW

Baggerarbeiten im Tagebau Treue

 Akt 2014 Sept TagebauTreueRW

von links: Reinhard Wagner (NABU Helmstedt), Ewald Löwe (Helmstedter Revier GmbH), Dr. Markus Richter und

Jennifer Wimmer (NABU Niedersachsen)

In einem ehemaligen Steinbruch im Umfeld des Heesebergs, ebenfalls im Landkreis Helmstedt, wurden weitere drei Gewässer angelegt. Hier wurden seit einigen Jahren zwar keine Wechselkröten nachgewiesen, geeignete Laichgewässer waren nicht mehr vorhanden. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass nach der Wiederherstellung der Gewässer die Art aus anderen Vorkommen zuwandert.

NABU Projektteam von LIFE AMPHIKULT hat Verstärkung bekommen

August 2014

Wir freuen uns mit Jennifer Wimmer eine neue Mitarbeiterin im AMPHIKULT Team begrüßen zu dürfen!

 Das LIFE AMPHIKULT Projektteam des NABU Niedersachsen:

2014 Akt Team AmphiKult Foto RBerkhan

Marion Müller, Jennifer Wimmer und Dr. Markus Richter (Foto: Ralf Berkhan)

 

Die Dipl.- Biologin Jennifer Wimmer hat ihre Tätigkeit am 18.08. begonnen und wird sich vorrangig für den Schutz der Wechselkröte in den neuen Projektgebieten in Helmstedt, Wolfenbüttel und Salzgitter einsetzen.

Wir begrüßen Jennifer Wimmer und freuen uns auf die Zusammenarbeit!