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LFA für Feldherpetologie und Ichthyofaunistik

LIFE AMPHIKULT 350 Teiche für Niedersachsen

Herzlich willkommen auf der Internetseite des LIFE-Projektes AMPHIKULT des NABU Niedersachsen. Hier finden Sie Informationen zu Hintergründen und Maßnahmen des Projektes sowie aktuelle Meldungen.

Im Reich der Wasserdrachen

26. Juni 2011

 

Gut besuchte Amphibienexkursion

Foto: Ulrike Marxmeier

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"Die sehen ja wirklich aus wie kleine Drachen" war der spontane Ausruf einer Exkursionsteinehmerin beim Anblick einer Kammmolch- Larve.

 

                                                                                                                        

Kammmolch, Foto: Dr. Markus Richter

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16 Interessierte waren der Einladung des NABU Niedersachsen und des Naturschutzring Dümmer zu einer Exkursion ins 'Reich des Wasserdrachen' gefolgt. Unter der Leitung von Dr. Markus Richter, Projektmanager des NABU Projektes LIFE+ AMPHIKULT und Ulrike Marxmeier, Mitarbeiterin beim Naturschutzring Dümmer, erhielten die Teilnehmer Einblick in das größtenteils verborgene Leben von Fröschen und Molchen. Auf der vom Naturpark Dümmer gestalteten Fläche nahe des Thielmannshorsts konnten die Kaulquappen von Teich- und Laubfrosch sowie die Larven von Teich- und Kammmolch aus nächster Nähe betrachtet werden. Bei den Molchlarven fielen besonders die äußeren Kiemen ins Auge, die zusammen mit dem hohen Hautsaum auf Schwanz und Rücken für das drachenähnliche Aussehen sorgen. Vor dem Landgang der Larven bilden sich diese Merkmale zurück, dennoch ist auch ein ausgewachsener Kammmolch mit bis zu 18 cm Körperlänge eine beeindruckende Erscheinung, wie sich die Exkursionsteilnehmer anhand dreier Exemplare überzeugen konnten. Ergänzend zu den umfangreichen Informationen zur Lebensweise der Amphibien wurde über das Amphibienschutzprojekt LIFE+ AMPHIKULT des NABU Niedersachsen berichtet.

Die ersten AMPHIKULT- Frösche!

30. Mai 2011

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Junger Grasfrosch verlässt das AMPHIKULT- Laichgewässer

Schneller als gedacht haben sich die ersten Amphibien an den neu angelegten Teichen eingestellt.

Im Projektgebiet Marler Fladder im Landkreis Diepholz waren im vergangenen Herbst im Rahmen des Projekts AMPHIKULT drei neue Gewässer angelegt worden. Eine Ansiedlung von Amphibien war für diese Jahr noch nicht zu erwarten. Die Gewässer sind noch völlig kahl, Vegetation im Wasser und am Ufer wird sich erst im mit der Zeit einstellen. Umso größer war die Überraschung als Projektmanager Dr. Markus Richter am vergangenen Wochenende an zwei der Gewässer  dutzende kleiner Grasfrösche am Ufer entdeckte. In einem der Teiche schwammen zudem viele hundert Erdkröten-Kaulquappen. Beide Arten besiedeln in der Regel größere und tiefere Gewässer mit Unterwasser- und Ufervegetation, dass sie in neu angelegte vegetationslose T eiche ablaichen ist eher die Ausnahme. Zwar gehören Grasfrosch und Erdkröte nicht zu den Zielarten des Projektes, dennoch ist ihre Ansiedlung als Erfolg zu werten. Gerade der Grasfrosch ist im Marler Fladder, aber auch in sehr vielen anderen Gebieten sehr stark zurückgegangen. Zwar findet man ihn noch an vielen Stellen, große Laichplätze mit vielen hundert Laichballen sind aber weitgehend verschwunden. Ursache für diesen Rückgang ist vor allem der fortschreitende Verlust an geeigneten Laichgewässern.  Neu geschaffene Gewässer werden dementsprechend dankbar angenommen.

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Frisch umgewandelter Grasfrosch im Käscher

Frösche im Fernsehen

Mai 2011

NDR Film über Teiche und deren Bewohner

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Dr. Markus Richter vom NABU Niedersachsen bei Aufnahmen für einen Film über Teiche und deren Bewohner

18. Mai 2011 - Ein Film über Teiche und deren Bewohner im Jahresverlauf wird derzeit im Naturpark Dümmer (Landkreis Diepholz) produziert, Amphibien stehen dabei im Mittelpunkt. Der Film wird im Auftrag des NDR von der Produktionsfirma AZ Media TV in Hannover für die Reihe ‚NaturNah’ hergestellt und 30 Minuten dauern. Die fachliche Betreuung erfolgt durch Dr. Markus Richter vom NABU Niedersachsen, Amphibienexperte und Projektleiter des Amphibienschutzprojektes LIFE-AMPHIKULT, der auch mehrfach im Film zu Wort kommen wird. Susanne Schlink und Stefanie Milost betreuen das Projekt bei der AZ Media TV.

Für die Aufnahmen wurden die Gewässer auf einer Fläche des Naturpark Dümmer am Thielmannshorst ausgewählt. Dort wurden vor einigen Jahren drei Gewässern angelegt. Ein Rundweg und ein Aussichtshügel erlauben die hautnahe Beobachtung der dort zahlreich vorkommenden Frosche und Molche, nicht nur für Fernsehteams. Mehrere Tafeln bieten Informationen zu den verschiedenen dort vorkommenden Arten.

Die Veränderungen des Teichs im Lauf der Jahreszeiten und die verschiedenen Bewohner unter und über Wasser sind das zentrale Thema des Films. Aber auch der Schutz der Amphibien am Beispiel des NABU-Projektes AMPHIKULT wird behandelt. Beim Drehtermin Mitte Mai 2011 stand der Laubfrosch 
im Zentrum des Interesses. Die lauten Rufe der Männchen, mit denen sie nach Einbruch der Dämmerung die Weibchen anlocken, boten eine beeindruckende Kulisse. Auf 50 bis 60 rufende Männchen schätzt Markus Richter den Bestand in den drei Gewässern, eines der größten Vorkommen im Landkreis. Pflegearbeiten, eine abendliche Exkursion und die Anlage neuer Teiche mit dem Bagger sind die Themen weiterer Drehtage.

 

Neue Teiche gut gefüllt

Februar 2011

Teiche gut gefüllt

Im vergangenen Herbst waren die ersten neuen Gewässer des Projektes Amphikult angelegt worden. Was die Bagger hinterlassen hatten sah noch sehr nach „Baustelle" aus, am Grund der matschigen „Baugrube" war nur eine kleine Pfütze zu sehen. Inzwischen hat sich das Bild deutlich gewandelt.

teiche gut gefüllt

Die Niederschläge der vergangenen Monate haben die Gewässer gut gefüllt. Viele sind inzwischen randvoll und entsprechen schon viel eher dem Bild eines Teiches. „Im Laufe der kommenden Vegetationsperiode werden sich auch die ersten Pflanzen im Wasser und am Ufer einstellen, dann wird nur noch wenig an die Arbeit der Bagger erinnern" erläutert Projektmanager Dr. Markus Richter.

Ob sich im kommenden Frühjahr auch schon die ersten Frösche zum Ablaichen einstellen hängt von vielen Faktoren ab. Einige Arten werden die Gewässer erst in den kommenden Jahren besiedeln, wenn sich in größerem Umfang Vegetation angesiedelt hat. Anders die Kreuzkröte. Sie bevorzugt eindeutig völlig kahle Gewässer zur Laichablage und verschwindet oft nach einigen Jahren wieder, wenn die Gewässer zu stark zugewachsen sind. Gelegentlich findet man Kreuzkröte tatsächlich auf „richtigen" Baustellen oder in Sandgruben. „Was wir Menschen mitunter hässlich finden, gefällt den Kreuzkröten oft erstaunlich gut"

Maßnahmen abgeschlossen

Dezember 2010

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Rechtzeitig zum Jahresende konnten die ersten Gewässeranlagen fertiggestellt werden. In drei Gebieten wurden insgesamt 30 Gewässer neu angelegt.

Anfang Oktober rollten die Bagger an, die Arbeiten kamen zunächst gut voran. "Zum Schluss wurde es nochmal spannend" so Projektmanager Markus Richter. Zunehmende Nässe machte die Baggerarbeiten im weichen Moorboden unmöglich. Es blieb nur die Hoffnung auf ein paar Tage Frost, die sich schließlich auch erfüllte. Auf dem gefrorenen Boden konnten die Bagger wieder arbeiten und die letzten Teiche ausheben. "Hier zeigt sich die Qualität unserer Baggerfirmen, dass sie auch bei widrigen Bedingungen gute Arbeit abliefern"

Inzwischen laufen auch die Vorbereitungen für die nächste Saison. Für das nächste Jahr sind 60 neue Teiche geplant, also doppelt so viele wie in diesem Jahr.