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LFA für Feldherpetologie und Ichthyofaunistik

LIFE AMPHIKULT 350 Teiche für Niedersachsen

Herzlich willkommen auf der Internetseite des LIFE-Projektes AMPHIKULT des NABU Niedersachsen. Hier finden Sie Informationen zu Hintergründen und Maßnahmen des Projektes sowie aktuelle Meldungen.

49 neue Teiche fertig gestellt - jetzt kann der Regen kommen!

Dezember 2011

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Der November des Jahres 2011 war der trockenste November seit Beginn der Aufzeichnungen. Es fiel praktisch kein Niederschlag. „Die lange Trockenheit kam uns sehr gelegen“ bilanziert Dr. Markus Richter, Projektleiter von AMPHIKULT die letzten Wochen. Nässe stellt das größte Problem für die Baggerarbeiten des Projektes dar. Besonders in diesem Jahr, da viele Gewässer auf Moorboden neu angelegt wurden.  „Hätte es mehr geregnet, wären wohl etliche Teiche nicht fertig geworden, weil die Bagger im aufgeweichten Moorboden versunken wären.“ Durch die Trockenheit konnten alle Gewässer, für die Genehmigungen vorlagen, fertig gestellt werden, insgesamt 49 Teiche in den Gebieten Diepholzer Moorniederung, Huntetal, Dümmer und Marler Fladder. Mit den 30 Gewässern des Vorjahres sind nun 79 Gewässer fertig. Mindestens 190 Gewässer in einer Größe von 500 bis 5.000 m² sollen es bis Projektende werden, dazu etwa 100 Kleinstgewässer von 5 bis 50 m².

Nicht nur Neuanlagen, auch die Sanierung etlicher bestehender Gewässer wurden in diesem Herbst durchgeführt. Hierzu wurden beschattende Gehölze  zurückgeschnitten und die Gewässer entschlammt, damit sie wieder als Laichgewässer für Amphibien geeignet sind. Einige Gewässer wurden zudem vertieft, da sich gezeigt hat, dass sie nicht lange genug Wasser geführt haben und die Kaulquappen vor der Umwandlung eintrockneten. Die Wasserführung der Teiche hängt aber auch von der Niederschlagsmenge ab, nun hoffen alle Projektbeteiligten auf reichlich Regen, damit die Frösche im kommenden Frühjahr gut gefüllte Gewässer vorfinden.

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Teich im Huntetal bei Goldenstedt vor und nach der Sanierung

Neue Teiche für Amphibien- Bagger rollen wieder für den NABU

Oktober 2011

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                                                                                                                           Foto: Frank Körner

Die nächsten 50 AMPHIKULT-Teiche für Frösche und Kröten werden in den nächsten Wochen in verschiedenen Gebieten in Niedersachsen entstehen. Ende September hat die erste Baggerfirma mit den Arbeiten am Rand des Rehdener Geestmoores im Landkreis Diepholz begonnen, hier sollen sechs neue Laichgewässer für Moor-, Laub- und Kleinem Wasserfrosch angelegt werden. Bereits im letzten Jahr konnten 30 neue Gewässer geschaffen werden.

In diesem Jahr liegt ein Schwerpunkt der Maßnahmen in den Randbereichen verschiedener Hochmoore im Landkreis Diepholz. Neben dem Rehdener Geestmoor finden Maßnahmen am Neustädter Moor, dem Mittleren und dem Nördlichen Wietingsmoor sowie am Aschener Moor statt. In den meisten Mooren sind nach Abschluss des Torfabbaues bereits große Teilbereiche wiedervernässt worden mit dem Ziel, wieder wachsende Hochmoore entstehen zu lassen. Die dabei entstehenden Wasserflächen eignen sich aber nur sehr eingeschränkt als Laichgewässer für Amphibien. „Das Wasser in den Hochmooren ist von Natur aus so sauer, dass sich der Laich der meisten Amphibienarten dort nicht entwickeln kann.“ erläutert Dr. Markus Richter, Projektmanager des NABU. Deshalb sind Gewässer außerhalb des eigentlichen Moores erforderlich, um den Amphibien Möglichkeiten zur Fortpflanzung zu bieten. Grünlandflächen am Rand des Moores bieten hierfür günstige Voraussetzungen. Die neuen Gewässer können mit in die extensive Bewirtschaftung, etwa die Beweidung mit Schafen, einbezogen werden. Dadurch wird eine schnelle Verlandung oder Beschattung durch aufwachsende Gehölze verhindert, die Gewässer stehen somit längerfristig als Laichgewässer zur Verfügung. Mit der Planung und Bauleitung der Maßnahmen in der Diepholzer Moorniederung hat der NABU den vor Ort ansässigen BUND beauftragt, der bereits seit vielen Jahren in den Mooren aktiv ist und so die am besten geeigneten Standorte für die neuen Gewässer auswählen konnte.

Weitere Maßnahmen finden im Tal der Hunte im Landkreis Vechta statt. Hier werden vor allem stark verlandete oder von Gehölzen beschattete Gewässer saniert, damit sie wieder als Laichgewässer angenommen werden.

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                                                                                                                                         Foto:NABU

Dr. Markus Richter, AMPHIKULT-Projektmanager des NABU Niedersachsen (l.) und Kai Backhaus vom BUND, Bauleiter für das Gebiet Diepholzer Moorniederung begutachten das im Bau befindliche Amphibienlaichgewässer.

Laubfrösche am Rottbach

September 2011                                                                                                                                  

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                                                                                                                                  Foto: Frank Körner

Kommt der Laubfrosch zurück?

Einst war der Laubfrosch in Niedersachsen weit verbreitet und häufig. Besonders im Spätsommer und Frühherbst war er regelmäßig zu beobachten. Dann genießen die Frösche die wärmenden Sonnenstrahlen auf den Blättern von Sträuchern und Bäumen. Besonders beim Pflücken von Brombeeren konnte man früher überall den kleinen grünen Fröschen begegnen.

Heute ist der Laubfrosch aber aus vielen Gebieten verschwunden und wird auf der Roten Liste der gefährdeten Amphibienarten geführt. Auch in der Niederung des Rottbaches im Süden des Landkreises Nienburg nahe der Grenze zur Nordrhein-Westfalen war er einst verbreitet. Brombeerhecken gibt es hier noch, was fehlt sind Laichgewässer, in denen sich die Frösche erfolgreich fortpflanzen können. Abhilfe soll hier im Rahmen von LIFE-AMPHIKULT  geschaffen werden. Derzeit laufen die Planungen für die neuen Gewässer, wenn die Witterung mitspielt, werden noch in diesem Winter die Bagger anrollen. „Ob die neuen Teiche dann tatsächlich vom Laubfrosch angenommen werden,  hängt von verschiedenen Faktoren ab“, so Dr. Markus Richter, Projektmanager von LIFE AMPHIKULT. „Ganz entscheidend ist, ob es in der Nähe noch Laubfrösche gibt, die die Entfernung bis zu den neuen Gewässern überwinden können.“

Zur Beantwortung dieser Frage kam dem Projekt Gunnar Mügge, ehrenamtlicher Amphibienkartierer aus Sulingen, zu Hilfe. In zahllosen Nächten war er in den Landkreisen Diepholz, Nienburg und Minden-Lübbecke unterwegs, um Laubfrösche zu suchen.  Die laut rufenden Männchen lassen sich in lauen Frühjahrsnächten relativ leicht an den Laichgewässern finden. Erfreuliches Ergebnis der nächtlichen Suche war der Fund von rufenden Laubfröschen an drei Stellen in der Nähe des Rottbachs. Zwar waren jeweils nur einzelne Männchen zu hören und die besiedelten Gewässer sind kaum für eine erfolgreiche Fortpflanzung geeignet. Aber offenbar ist die Art hier doch noch nicht ganz verschwunden. Die Chancen stehen somit gut, dass der Laubfrosch an den Rottbach zurückkehrt.

LIFE AMPHIKULT im Fernsehen

August 2011
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                                                                                                                      Foto: Thomas Brandt

Einen Film über Teiche und seine Bewohner sendet der NDR auf N3 am Dienstag,

dem 9. August 2011 von 18:15 bis 18:45 Uhr in der Reihe NaturNah. Vom Ende des Winters, als gerade das erste Leben in den Teichen erwachte, bis in den Hochsommer verfolgte Autorin Stefanie Milost von der AZ Media TV mit ihrem Team das Leben in den Teichen. Mit dabei auch Dr. Markus Richter, Projektmanager beim NABU- Niedersachsen für das Projekt LIFE AMPHIKULT. Neben faszinierenden Aufnahmen unter und über Wasser bietet der Beitrag auch viele Informationen zur Gefährdung und Schutz der Amphibien.

Wiederholungen des Films werden am Mittwoch, dem 10.08.2011 um 2:15 Uhr und um 13:00 Uhr gesendet.

Rettung für den Laubfrosch im Artland?

Aktuelle Bestandserfassung belegt dringenden Handlungsbedarf

4.Juli 2011

Foto: Frank Körner

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Das Artland im Nordkreis Osnabrück zählte einst zu den Hochburgen des Laubfroschs in Niedersachsen. Seine strukturreiche Landschaft mit vielen Kleingewässern und Hecken bot dieser Amphibienart ideale Lebensmöglichkeiten. Noch im Jahr 1994 wurden an über 30 Gewässern rufende Laubfrösche festgestellt, insgesamt lebten damals dort einige hundert Tiere. Der in ganz Mitteleuropa zu beobachtende Bestandsrückgang hat aber auch das Artland erfasst. Bei einer Kartierung durch den NABU Osnabrück in den Jahren 2003/ 2004 wurde bereits ein deutlicher Rückgang festgestellt. Wie dramatisch die Siuation tatsächlich ist, zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Bestandsaufnahme. Birgit Hesselkamp, Diplom- Ingenieurin für Landschaftsentwicklung und ehrenamtliche Amphibienkartiererin, war in diesem Frühjahr viele Stunden im Artland unterwegs, um nach rufenden Laubfröschen zu suchen. Unterstützt wurde sie dabei von Michael Weinert von der Regionalen Arbeitsgruppe für Naturschutz im Artland e.V. (RANA). Neben den rufenden Männchen wurde an den Gewässern auch nach Kaulquappen gesucht. Letztere geben wichtige Hinweise darauf, ob an den jeweiligen Gewässern auch eine erfolgreiche Reproduktion stattfindet. Nur wenn regelmäßig ausreichend Nachwuchs produziert wird, kann der Laubfrosch überleben. Die Ergebnisse der Bestandserfassung haben die Befürchtungen bestätigt: an nur noch vier Gewässern wurden rufende Laubfrösche festgestellt, davon gelang nur an einem der Nachweis von Kaulquappen. Insgesamt riefen nur noch 20 bis 30 Tiere. es steht zu befürchten, dass der Laubfrosch in wenigen Jahren ganz aus dem Artland verschwunden ist.                                                                                                               

Allerdings ist Rettung in Sicht. Im Rahmen des Projektes LIFE+ AMPHIKULT des NABU Niedersachsen sollen auch im Artland neue Laichgewässer für Amphibien angelegt werden. Dr. Markus Richter, Projektmanager von AMPHIKULT, ist zuversichtlich, dass die Rettung des Laubfroschs gelingt:"Durch unseren Projektpartner vor Ort, dem Verein RANA, sind bereits etliche Gewässer neu angelegt worden, die sich hervorragend als Laichgewäser eignen. Allerdings konnte der Laubfrosch davon noch nicht profitieren. Wie die aktuelle Erfassung ergeben hat, ist die Entfernung der Vorkommen zu diesen Teichen zu groß, als dass sie der Laubfrosch überwinden könnte. Im Rahmen von AMPHIKULT versuchen wir jetzt, Frösche und Teiche näher zusammen zu bringen." Besonders dankbar ist Richter für den unermüdlichen Einsatz von Birgit Hesselkamp. "Ihre ehrenamtliche Kartierung der Vorkommen ist für die detaillierte Planung der AMPHIKULT- Maßnahmen eine hervorragende Grundlage!"

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Dr. Markus Richter und Birgit Hesselkamp