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LFA für Feldherpetologie und Ichthyofaunistik

LIFE AMPHIKULT 350 Teiche für Niedersachsen

Herzlich willkommen auf der Internetseite des LIFE-Projektes AMPHIKULT des NABU Niedersachsen. Hier finden Sie Informationen zu Hintergründen und Maßnahmen des Projektes sowie aktuelle Meldungen.

Seminar am Dümmer 'Anlage und Pflege von Amphibienlaichgewässern'

Juli 2014

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Knapp 40 Teilnehmer aus allen Teilen Niedersachsens, aber auch aus Nordrhein-Westfalen und Bayern waren auf den Schäferhof am Dümmer gekommen, um an einem Seminar zur Anlage und Pflege von Amphibienlaichgewässern teilzunehmen. Das Seminar fand im Rahmen des Projektes LIFE AMPHIKULT des NABU Niedersachsen statt und wurde in Kooperation mit dem Naturschutzring Dümmer e. V. und dem Landesfachausschuss für Feldherpetologie und Ichthyofaunistik durchgeführt.

Seminar für ehrenamtlich Aktive im Amphibienschutz

am 12. Juli 2014 in Stemshorn am Dümmer

Der NABU Niedersachsen bietet im Rahmen des Projektes LIFE AMPHIKULT ein Seminar zum Thema „Anlage und Pflege von Amphibienlaichgewässern“ an. Das Seminar, das in Kooperation mit dem Landesfachausschuss für Feldherpetologie und Ichthyofaunistik des NABU Niedersachsen sowie dem Naturschutzring Dümmer e.V. durchgeführt wird, richtet sich vor allem an Ehrenamtliche.

Es findet am Samstag, den 12.Juli 2014 im „Alten Schafstall“ des Schäferhofs am Dümmer in 49448 Stemshorn statt.

In dem eintägigen Seminar werden alle wichtigen Gesichtspunkte der Anlage von Amphibienlaichgewässern behandelt. Neben den Aspekten der Größe, Tiefe und Wasserführung der Gewässer für die jeweiligen Zielarten werden auch Fragen zur Standortwahl, zu einzuholenden Genehmigungen und zur Suche nach einer geeigneten Tiefbaufirma beantwortet. Auch das Thema Kosten und Fördermöglichkeiten sowie der Bedarf an langfristiger Betreuung und Pflege werden behandelt. Abgerundet wird die Veranstaltung durch eine Exkursion zu verschiedenen Gewässern in der Dümmerniederung.

pdf button Flyer Seminar 'Anlage und Pflege von Amphibiengewässern'

pdf button Anmeldeformular

Auf den Spuren der Wechselkröte

Mai 2014

Arbeitsgruppe traf sich im Landkreis Helmstedt

Das diesjährige Treffen der projektbegleitenden Arbeitsgruppe des Projektes LIFE AMPHIKULT führte die Teilnehmer in den Landkreis Helmstedt. Die Arbeitsgruppe trifft sich regelmäßig, um einen intensiven Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten sowie eine hohe fachliche Qualität der durchzuführenden Maßnahmen sicherzustellen. Teilnehmer sind Vertreter der beteiligten Unteren Naturschutzbehörden, der Fachbehörde für Naturschutz im Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), des Niedersächsischen Umweltministeriums, des NABU sowie Amphibienexperten aus Niedersachsen.

In der Umweltburg in Königslutter stelle zunächst Andreas Jacob vom NLWKN die aktuelle Situation der Wechselkröte in Niedersachsen dar. Nach den Ergebnissen des alljährlich im Auftrag des NLWKN durchgeführten Monitorings nimmt der Bestand der Art seit Jahren kontinuierlich ab. Im Jahr 2013 waren noch 13 Vorkommen in den Landkreis Helmstedt und Wolfenbüttel sowie der Stadt Salzgitter bekannt. Viele ehemalige Vorkommensgebiete sind inzwischen verwaist, es lässt sich kaum noch erfolgreiche Reproduktion nachweisen. Erste Ergebnisse aus dem Jahr 2014 geben jedoch Anlass zur Hoffnung, es konnten erstmals wieder deutlich mehr rufende Männchen an den Laichgewässern als in den Vorjahren nachgewiesen werden.

Anschließend informierte Projektleiter Dr. Markus Richter über den aktuellen Stand des Projekts. Abgesehen von einigen Witterungsbedingten Verzögerungen bei den Baggerarbeiten kommt das Projekt weiterhin gut voran. Die Vorbereitung der Maßnahmen für die Wechselkröte erweist sich jedoch teilweise als recht aufwendig.

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Tagebau Treue (Foto: Marieke Nessmann)

Zum Abschluss des Treffens wurde das Projektgebiet „Tagebau Treue“ bei Helmstedt besichtigt. Dieser ehemalige Braunkohletagebau befindet sich seit Kurzem im Eigentum der „Helmstedter Revier GmbH“, einem Tochterunternehmen der Mitteldeutschen Braunkohlen AG (MIBRAG). Für das Unternehmen informierten Edwin Okrug (Bergbauplanung) und Ewald Löwe (Rekultivierung) über Geschichte des Tagebaus und den Stand der Rekultivierungsarbeiten. Anschließend wurde das aktuell bedeutendste Wechselkröten-Gewässer in Niedersachsen sowie die geplanten Maßnahmenflächen besichtigt. Auch hier zeigte sich, dass noch erhebliche Anstrengungen erforderlich sein werden, um die Situation der Wechselkröte in Niedersachsen dauerhaft zu verbessern.

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Erfolgskontrolle an den neuen AMPHIKULT Gewässern

April 2014

Kartierungen haben begonnen

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Erste Laubfrösche rufen an den neuen AMPHIKULT Gewässern

Insgesamt 173 Kleingewässer wurden in den vergangenen vier Jahren im Rahmen des Projektes LIFE AMPHIKULT neu angelegt und saniert. Ziel dieser Maßnahmen ist die Stärkung und Vernetzung der Amphibienpopulationen in den jeweiligen Projektgebieten. Ob dieses Ziel tatsächlich erreicht wird soll die aktuell laufende Erfolgskontrolle zeigen. An insgesamt 109 Gewässern in fünf Gebieten werden durch drei externe Gutachterbüros die Vorkommen der Zielarten erfasst. Erste vorläufige Ergebnisse belegen bereits den Erfolg der Maßnahmen. So wurden im Bereich Aschener Moor und Lange Lohe (Gebiet Westliche Diepholzer Moorniederung und Huntetal) an 15 von 18 untersuchten Gewässern Moorfrösche festgestellt. Insgesamt über 100 Tiere wurden gezählt, diese hatten bereits über 500 Laichballen abgelegt. Damit hat sich der Moorfroschbestand im Aschener Moor etwa vervierfacht.

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Rufende Moorfrösche im Aschener Moor

Durch die warme Witterung der letzten Wochen haben auch spät laichende Amphibienarten schon die Gewässer aufgesucht. Rufende Laubfrösche wurden in mehreren Gebieten festgestellt, auch einzelne Knoblauchkröten wurden angetroffen. In einer Sandgrube bei Vechta, in der erst vor kurzem Gewässer neu angelegt wurden, hatten die Kreuzkröten bereits eine erste Laichschnur abgelegt. Neben den Zielarten werden die Gewässer auch von häufigen Amphibienarten angenommen. An den genannten 18 Gewässern wurden so auch über 500 Erdkröten festgestellt.

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 Kreuzkröte

In den kommenden Wochen wird im Rahmen der Erfolgskontrolle auch der Reproduktionserfolg der Zielarten überprüft werden. Zudem ist eine strukturelle Kartierung aller Gewässer vorgesehen. Die Erfassungen an den restlichen Gewässern des Projektes werden dann im nächsten Frühjahr erfolgen.

 

Neuer Lebensraum für Kreuz- und Wechselkröten

Februar 2014

Letzte Maßnahmen vor der nächsten Amphibiensaison

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Gehölzentfernung mit dem Bagger (Foto: Naturschutzring Dümmer e.V.)

Die durchgehend milde Witterung kündigt den nahen Frühling an, die ersten Frösche und Kröten haben ihre Wanderungen zu den Laichgewässern bereits begonnen. Höchste Zeit also die Baumaßnahmen in den Projektgebieten abzuschließen, um den Amphibien eine ungestörte Fortpflanzung zu ermöglichen. Mitte Februar wurden die ersten Maßnahmen des Projektes für die Wechselkröte im Landkreis Helmstedt begonnen. In einem aufgelassenen Steinbruch wurden Gehölze zurückgeschnitten und Rohbodenstandorte geschaffen, um das Angebot an geeigneten Landlebensräumen für die Art zu verbessern. Die geplante Neuanlage von Laichgewässern musste leider auf den Sommer verschoben werden, der Boden war zu feucht für den Einsatz der Baumaschinen. Maßnahmen für die Kreuzkröte in einer Sandgrube im Landkreis Vechta laufen aktuell noch. Hier erfolgt die Gehölzentfernung durch Ausreißen mit dem Bagger. So lassen sich die Gehölze nachhaltig zurückdrängen, da auch die Wurzelstöcke entfernt werden und so ein erneutes Ausschlagen verhindert wird. Gleichzeitig entstehen Rohböden, die den Kreuzkröten als Tagesverstecke und zur Nahrungssuche dienen werden. Soweit es die Witterung zulässt, sollen auch hier noch neue Laichgewässer angelegt werden. Die Gewässer könnten dann schon in wenigen Wochen von den Kreuzkröten zur Fortpflanzung genutzt werden.

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Rohbodenanlage (Foto M. Richter)